Anders leben

Wer würde das nicht gerne. Aber wie?

Anders zu leben heißt eben genau das: Anders leben! Doch wie soll das gelingen, wenn man keinen Plan hat, wie man anders leben könnte oder gerne würde? Woran sich orientieren? Es ist sehr offensichtlich, dass man ohne einen konkreten Plan nirgendwo hinkommt.

Doch bevor man sich überlegen kann, auf welchen (Lebens-) Plan man bereit wäre sich einzulassen, muss man sich darüber im Klaren sein, dass das Neue nicht umsonst zu haben ist. Es kostet nämlich das Alte. Und es sind all die lieb gewonnenen Alltäglichkeiten, die einem die Aufgabe des Alten so schwer machten. Ich stand kürzlich vor meinem Kleiderschrank und stellte mit einem Mal erstaunt (!) fest, wieviele Hosen ich eigentlich hatte. Und alle schwarz. Die hatte ich alle einmal unbedingt gebraucht. Aber wozu nur?

Das zu ergründen ist letztlich müßig. Da kommt man in das Feld der emotionalen Befindlichkeit. Ein echtes Minenfeld, lässt man sich auf seine Emotionen ein. Also geht man das Ganze pragmatisch an. Man überlegt sich, welche Hosen man wann und wozu braucht. Also wirklich braucht. Und macht sich dazu eine Liste für den nächsten Einkauf. Soll was Neues reinkommen, muss erst was Altes raus. Diszipliniert geht einfach, wenn man ein paar simple Hilfsmittel anwendet. Man muss es nur wollen. Wirklich wollen.

Damit wäre die erste und die vielleicht wichtigste, also die entscheidende Hürde genommen. Aber man nimmt diese Hürde wohl erst dann wirklich, wenn man weiß, welchem Plan man folgen will. Und warum einem das als eine wirkliche Notwendigkeit erscheint. Da taucht ganz schön oft das Wort wirklich auf. Aber das muss einem klar sein, dass es das braucht, dieses wirklich, als Ausdruck einer inneren Selbstverpflichtung.