Aufhören, sich mit sich selbst zu beschäftigen

Stattdessen einfach tun, was stimmig ist.

Das hat unbestreitbare Vorteile. Es nimmt nämlich dem Ego seine imaginäre Existenzberechtigung. Schließlich versuchen uns ja die Bewustseinsforscher seit geraumer Zeit klar zu machen, dass es dieses ominöse ‚Ich‘ gar nicht gibt. Alles nur Prozesse, auch wir selbst sind nichts anderes als ein einziger Prozess, wenn auch ein ziemlich komplexer.

Je mehr wir uns also mit uns selbst beschäftigen, desto länger wird die Illusion eines eigenständigen ‚Ich‘ am Leben erhalten und umso schwieriger wird es, da wieder heraus zu finden.

Wenn wir hingegen akzeptieren, dass wir ein Prozess sind, dann ist klar, worauf es ankommt. Nämlich einzig auf das, was wir tun. Was wir denken und worüber wir reden ist solange nicht mehr als ein Sturm im Wasserglas, solange es nicht unmittelbar in ein ganz konkretes Tun mündet.

Wir sind zwar keine Website, aber auch für uns gilt, dass, wollen wir ein einheitliches Bild abgeben, also ein klar definierter, einheitlicher und auch stimmiger Prozess sein, dann brauchen wir ein Stylesheet.

Ein Stylesheet kann man mit einer Formatvorlage vergleichen. Grundidee hierbei ist die Trennung von Information (Daten) und Darstellung. Die Daten können unterschiedlich sein, die Darstellung bleibt. Das dahinter stehende Prinzip ist einfach und scheint manchem schrecklich banal: Einen anderen interessiert nicht, warum wir sind, wie wir sind, sondern einfach nur, wie wir sind.

Aber ist es nicht genau so? Mich interessiert nicht, warum mir einer auf den Backen hauen will, mich interessiert nur, dass er es tun will. Also nehme ich meinen Kopf aus seiner Reichweite und lasse ihn und seinen Schlag ins Leere laufen. Und das klappt noch besser und vor allem leichter bei mentalen und oder emotionalen Seitenhieben. Ich nenne das ‚Geistiges Aikido‘.