Bereit sein, etwas (anders) zu denken

Das setzt jedoch voraus, sich einzulassen.

Leicht gesagt. Doch die Wirklichkeit sieht leider anders aus.

Wir können ja nur das denken, für das wir schon die entsprechenden neuronalen Strukturen gebildet haben. Die Ausbildung neuer neuronaler Strukturen setzt aber voraus, dass man das auch will; also lernen will. Oder auch muss, wie in der Schule. Da kommt dann die Begeisterung ins Spiel, von der Gerald Hüther immer spricht. Die macht es definitiv leichter.

Solange wir uns aber nicht wirklich einlassen können oder wollen, also solange, wie wir auf der eigenen Meinung beharren, solange verstärken wir nur die alten neuronalen Strukturen, statt dass wir neue ausbilden würden. Also lassen Sie bitte das Ego zuhause, wenn Sie weiter kommen wollen. Oder Sie schicken es noch besser gleich ganz zum Teufel.

Das Dumme ist nur, dafür gibt es keine Gebrauchsanleitung. Man muss es machen. Ist wie beim Fahrradfahren lernen. Die ganzen Erklärungen taugen nichts, solange man nicht einfach damit anfängt. Es hilft nicht wirklich, wenn einem einer oder eine sagt, was man tun soll oder auch was man lassen sollte, wenn man es nicht auch tut. Das alleine macht uns nicht schlauer, das ist nur Pseudo-Wissen.

Erst wenn wir es selbst tun, wird es zu wirklichem Wissen. Erfahrungswissen. Erst dann bilden sich neue neuronale Strukturen aus. Also lassen Sie sich ein! Und anders als beim Fahrradfahren lernen tut es einem wirklich nicht weh, wenn man mal einen Fehler macht und auf die Nase fliegt. Nur das Ego leidet dann. Aber das ist auch gut so. Wie sagte doch Ken Wilber einmal?

Das Ego soll man nicht trösten, sondern rösten!