Das Leben als Event

Muss immer alles Spaß machen?

Ja, das muss es, will man nicht sehen, dass man ein Leben in Konventionen lebt, mit anderen Worten: Man lebt überhaupt nicht wirklich.

Das wurde mir wieder bewusst auf einer Klinikstation für krebskranke Kinder. Ich habe schon lange nicht mehr so viele Menschen gesehen, Kinder, Eltern, Ärzte und Schwestern, die eine Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen, aber auch Freude und die tief mit dem Leben verwurzelt waren.

Wir reden so oft davon, „im Einklang zu sein“. Auf der Station sind sie es. Definitiv. Doch wenn man auf die Straße tritt, ist es damit vorbei. Und man muss immer wieder verdammt aufpassen, nicht selbst wieder ein neues Event zu starten.

Dass so viele ein Leben als Event leben, das hat noch einen anderen Effekt: Man sieht nicht, was in der Welt passiert und wähnt sich dabei unschuldig, ein Opfer eben. Man blendet sich selbst aus und wäscht seine Hände in Unschuld.

Aber da ist noch etwas: Warum etwa leben Menschen „ein Event“ und warum gehen Menschen überhaupt in eine virtuelle Gemeinschaft? Eine Mutmaßung ist: Es ist eine Flucht aus der realen Welt in eine Phantasiewelt. Diese Flucht kann über die zunehmende „Unbewohnbarkeit“ der Umwelt hinwegtrösten, wobei ich darunter sowohl das soziale Umfeld wie die Natur meine.