Der Bruch

Brüche hinterlassen erst einmal Fragezeichen – bis man sie einzuordnen versteht.

Wenn man die Welt nicht sieht, wie sie wirklich ist, reduziert man sich letztlich selbst, oft ohne es überhaupt zu merken. Und genau das sagen uns die Quantenphysiker seit nunmehr einem Jahrhundert (!!). Die meinen doch allen Ernstes, wir hätten üblicherweise ein Wahrnehmungsproblem und eine Menge Denkfehler. Wir sollten endlich lernen, anders zu denken, sagen sie.

Also sollten wir uns einmal in aller Ruhe anhören, was die Quantenphysiker uns zu erzählen haben und wie sie die Welt sehen. Viele denken leider bei ‚Quantenphysik‘ sofort an die Physik, die sie sie aus der Schule kennen – eine materielle Physik. Doch die Quantenphysik eröffnet eine völlig andere Sicht auf die Welt, eine 180 Grad entgegengesetzte Physik; die die ‚alte‘ Physik zwar nicht aufhebt, aber sie um etwas ergänzt, das eine neue und ganz andere Perspektive hinzufügt.

Fügt man einem zweidimensionalen System eine weitere Ebene hinzu und macht daraus ein dreidimensionales System, dann sind alle Dinge wie sie vorher auch waren – und doch sind sie ganz anders. Eine Frage der Perspektive, so man sie sehen kann. Oder dazu bereit ist. Geht man mit beruflicher Neugier an die Dinge heran, dann ist es keine Frage, dass man sich voller Interesse auf die neu erkannte Dimension einlässt und sie zu ergründen sucht. 

Doch diejenigen, die keine berufliche Neugier mitbringen und deren altes Weltbild ziemlich ramponiert werden wird, wenn sie sich auf diese weitere Dimension einlassen, was werden die tun? Im Zweifelsfall werden sie einfach nicht zuhören. Einmal angenommen, es wäre notwendig sie zu erreichen, aus welchem Grund auch immer – was soll man tun? Was kann man überhaupt tun?

Das ist die spannende Frage. Aber eigentlich ist es keine Frage. Die Antwort ist nämlich offensichtlich. Man muss die Wahrheit sein, die man für sich erkannt hat. Mehr kann man nicht tun. Und wenn sie für einen anderen attraktiv ist, also im Grunde genommen Sie selbst, dann wird der sich dafür interessieren.

Es ist wie in der Frage von Gerald Hüther: Warum lernt ein 80jähriger Chinesisch? Weil er mit einer Chinesin zusammen leben will. Eine Frage des Attraktors. Und wer in sich selbst und seine Geschichte verliebt ist, der kreist eben um sich und um nichts anderes.