Die Macht des eigenen Denkens

Und selbst wenn du recht hast, ich will es nicht wissen.

An diesem Satz, es nicht wissen zu wollen, hängt irgendwie unser ganzes Schicksal. Für den Einzelnen wie für die Gesellschaft. Will ich nicht wissen, was wirklich ist, wie könnte ich dann ein wesentliches und wahrhaftiges Leben führen?

Und doch ist es genau so: Gehe ich zu jemandem und sage, dass er etwas nicht korrekt sieht, dann ist es fast ein Wunder, wenn er dann etwa so antworten würde: ‚Wie wäre es denn richtig?‘ Und dann käme garantiert die Frage, warum das denn so sei und ob ich das denn auch beweisen könnte? Wenn ich dann sage, nein das kann ich nicht, dann ist das Gespräch in den allermeisten Fällen auch schon beendet. 

Das ist natürlich nicht der Fall, wenn es um ein technisches Detail geht. Sobald es aber um etwas Nicht-Technisches geht, also etwas, was mit den Menschen und dem Leben an sich zu tun hat, all das, was nicht den mechanischen Gesetzen folgt, sondern systemischen und damit komplexen Regeln, dann klinken sich die allermeisten aus.

Warum aber nur? Ganz einfach, weil sie mechanisch denken, linear und nicht komplex. Und weil sie eben nicht komplex denken, scheint das Leben für sie mit einem Mal derart kompliziert, dass sie das Gefühl haben, unterzugehen. Also suchen sie nach Sicherheit und machen sich das Leben wieder einfach. Für sich. Auch, wenn es falsch ist. Sicherheit hat einen höheren Stellenwert als Wahrheit und Wirklichkeit.

Dabei will ich ja nicht, dass der andere mir etwas glaubt, nur weil ich das behaupte, denke und davon auch überzeugt bin, sondern dass er das verifiziert, es selbst untersucht. Warum aber sollte man sich darauf nicht einlassen wollen?