Einheit

Denken, fühlen und handeln gehört definitiv zusammen. 

Es ist wie beim Laufen. Rechtes Bein Denken, linkes Bein Fühlen. Das Ergebnis ist Handeln. Darum halte ich Meditation nicht für das, was man so üblicherweise darunter versteht. Natürlich macht es Sinn, mal innezuhalten, sich zu besinnen und zu reflektieren, was gerade so in einem abgeht. Nur die meditative Haltung sollte man auch beim Tun beibehalten. Finde ich jedenfalls.

Denke und fühle ich „richtig“, handle ich aber nicht entsprechend, ist der Wurm drin. Ich bin nicht in der Einheit des Seins. Doch das bedeutet nicht, dass alleine dadurch, dass ich denke, fühle und auch entsprechend handle alles gut wäre. Denn das Denken kann beispielsweise nicht wahrhaftig sein, oder auch das Fühlen wie auch das Handeln laufen aus dem Ruder.

Was einem direkt zu der Frage bringt, was wahrhaftig und wesentlich sein überhaupt bedeutet. Und genau da steckt das Dilemma des Menschen drin. Er folgt nämlich nicht mehr unbedingt der Natur, obwohl er ja selbst „eigentlich“ Natur ist und führt sich stattdessen vielfach wie ein trotziges Kind auf, dass sich lieber die Finger verbrennt als auf die Eltern zu hören. Was jetzt natürlich nicht heißt, dass man bedingungslos auf die Eltern hören sollte! Habe ich auch nicht.

Die Natürlichkeit ist fraglos der Raum, in dem wir uns bewegen. Missachten wir die Gesetzmäßigkeiten dieses Raumes, werden wir über kurz oder lang aussortiert. Das ist Fakt. Fakt ist aber auch, dass sich der Mensch seine Lebensregeln selbst vorgibt. Genauer, er muss sie sich sogar selbst vorgeben. Das ist der Preis der Selbstbewusstwerdung. Also ist es erst einmal notwendig, diese Regeln zu definieren. Und zwar bitte selbst und nicht einfach abschreiben.

Was nicht heißt, dass es keine klugen Leute gibt, auf die zu hören sich wirklich lohnen würde. Nur man darf nicht vergessen, alles immer selbst zu verifizieren! Also vor den Regeln stehen ja die Gesetzmäßigkeiten. Und die wollen ergründet sein, bevor wir anfangen, uns Gedanken über Lebensregeln zu machen.

Zur Einheit von denken, fühlen und handeln gehört ganz klar auch noch, dass wir bei allen drei Aspekten im Einklang mit den Gesetzmäßigkeiten sind. Also fängt die „Einheit des Seins“ erst einmal damit an, die Gesetzmäßigkeiten überhaupt zu ergründen, zu definieren, in Regeln zu übertragen und sich dann auch noch daran zu halten.