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Gibt es richtig und falsch? Die Frage des Jahres!

Mir kam diese Frage kürzlich unter. Die Antwort ist schwierig. Also nicht zu verstehen, sondern auszudrücken. Wir gebrauchen ja eine Sprache, die auf dem Denken der Physik Newtons basiert, einfach deswegen, weil unsere gewöhnlichen Denkmuster dem zugrunde liegen. Also bei den meisten. Darum lässt sich eine andere Denkstruktur nur äußerst schwer ausdrücken. Logisch? Logisch!

Was ich wahrnehme, nehme ich wahr, weil ich es denken kann. Was ich nicht denken kann, kann ich auch nicht wahrnehmen. Eine gewaltige Hürde. Daher sollte man eigentlich nur mit jemandem reden, der auch das selbe, mindestens das gleiche Weltbild hat wie man selbst. Ist das nicht der Fall, sollte man tunlichst klären, wie man damit umzugehen gedenkt, soll das Ganze nicht in einer wenig sinnhaften Auseinandersetzung bis hin zum völligen Unverständnis enden.

Was in meiner Welt, also in meinem Denken, richtig ist, muss es in einem anderen überhaupt nicht sein. So kann ich etwa behaupten, dass die Zeit in großer Höhe anders vergeht als auf der Erde. Will man sich also mit dem Mann auf dem Mond zu einem Telefonat verabreden, sollte man das wissen, will man auch pünktlich da sein, wen er anruft. Manche Menschen, die sich das nicht vorstellen können, weil sie es nicht denken können, werden sagen, dass das doch falsch sei, mich dabei mit gerunzelter Stirn betrachten und mich für ein bisschen irre halten.

Sagt also jemand, dass etwas falsch wäre, was ein anderer sagt, sollte man sicherheitshalber lieber einmal mehr nachfragen, was sie oder er eigentlich meint, bevor man sagt, nein, das ist doch nicht richtig! Man tut gut daran sich immer wieder vor Augen zu halten, dass die Quantenmechanik und -physik mittlerweile etwa ein Jahrhundert alt ist, und auch, obwohl wir sie technisch schon längst nutzen, sie trotzdem, also das entsprechende Weltbild, scheinbar noch lange nicht in den meisten Köpfen angekommen ist.

Bis dahin sollte man es halten wie Igel beim Sex: Sehr, sehr behutsam und vorsichtig sein. Eines sollte man gleichwohl grundsätzlich nicht, nämlich in seiner Welt nicht zwischen richtig und falsch zu differenzieren. Also in meiner Welt ist das so. Zu sagen, alles sei klar und eindeutig definiert, halte ich für falsch. Genauso falsch ist es zu glauben oder zu sagen, alles sei beliebig. Alles eine Frage des Kontextes, in dem man gerade denkt.

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