Folgerichtig

Der Begriff ‚Vollkommenheit‘ ist mir für menschliches Handeln zu groß, folgerichtig trifft es da schon eher.

ich bin kürzlich in einem Post darüber gestolpert. Da stand ‚Alles ist genau so wie es sein soll, es gibt nur Vollkommenheit …‘ Da fallen mir dann immer sofort die neuesten Nachrichten ein. Darin so etwas wie Vollkommenheit zu sehen kann ich aber nicht.

Wie gesagt, es gibt eine absolute und eine relative Ebene. Aber auch von der absoluten Ebene aus betrachtet, das Universum als vollkommen zu bezeichnen? Fällt mir irgendwie schwer. Aber sicher ist eines: Dieses Universum ist wohl bewusst – auch wenn man sich das kaum vorstellen kann. Wohl nicht so, wie wir Menschen Bewusstheit verstehen, aber jedenfalls ist es nicht mechanisch.

Und sagen nicht die Quantenphysiker auch, dass GEIST die letzte Wirklichkeit zu sein scheint? Und dass jedenfalls unser Geist auf das unmittelbaren Einfluss hat, was passiert? Und dass Materie und Geist irgendwie nicht auseinander zu halten sind? Bedenkt man das, dann wird, was so passiert in unserer Welt immer noch nicht vollkommen, jedenfalls was wir Menschen so machen. Aber es wird folgerichtig.

Das ist oft immer noch schwer zu akzeptieren, dass es für jemanden folgerichtig sein soll, einen anderen umzubringen. Aber wenn man als Anwalt gearbeitet hat, dann weiß man, dass es genau so ist. Und dass ich da früher nicht hinschauen wollte, das nicht akzeptieren konnte, das hatte mit dem Beruf zu tun. Der fällt einem dann schwer, wenn man zwar nicht einverstanden ist mit dem, was passiert, man es aber versteht.

Menschliches Handeln ist folgerichtig. Aber es ist nicht zwangsweise eine Einbahnstraße. Jeder hat vor einer Handlung immer zwei Optionen: Mache ich es oder lasse ich es sein. Ist uns das einmal bewusst, dann öffnet sich uns ein riesiges Feld: Das der Verantwortlichkeit. Und bedenken wir, dass wir mit unseren Gedanken die Welt gestalten, dann heißt das im Klartext, dass wir mitverantwortlich sind für das, was geschieht.

Da schrecken wir dann oft zurück und tun so, als wären wir nicht beteiligt. Aber das sind wir, auch wenn wir wegschauen. Wegschauen und nichts tun ist keine Alternative. Auch das hat Folgen. Und dass es folgerichtig ist erklärt es, macht es aber nicht irgendwie gut.

Also hinschauen und sich genau überlegen, was man tut.