Frei zu sein beginnt im eigenen Kopf

Wider die freiwillige Knechtschaft!

Das einzige wirkliche Gefängnis, in das man uns, also eigentlich wir selbst uns einsperren können, das sind die eigenen unzutreffenden Vorstellungen über die Wirklichkeit. Selbst wenn wir körperlich eingesperrt sind, können wir trotzdem frei denken, so wie Nelson Mandela es tat, wenngleich ich das wirklich nicht persönlich ausprobieren möchte.

Und aus dieser geistigen Freiheit gewinnen wir die Kraft, auf der physischen Ebene zu ändern, was zu ändern ist – so wie Nelson Mandela. Solange wir uns aber als Opfer wähnen, solange reduzieren wir uns selbst, machen wir uns selbst unfrei.

Ein Wolfsrudel, ein Vogelschwarm oder eine Büffelherde haben kein Problem mit ihrer sozialen Organisation. Wer was zu sagen hat, das entscheidet sich nach Kompetenzen und Notwendigkeiten. Stämme, die als Nomaden im Urwald leb(t)en, aber auch Indianerstämme, kamen diesem selbstverständlichen, organisatorischen Ideal noch sehr nahe.

Doch mit zunehmender Zivilisierung, Industrialisierung und möglicherweise auch noch mal verstärkt mit der fortschreitenden Digitalisierung „funktionieren“ solche Ordnungsstrukturen immer weniger und wenn überhaupt, dann nur in sehr kleinen Gruppen. Wobei ja diese Strukturen nie der Anfang sind, sondern immer „nur“ eine Folge des eigenen Selbstverständnisses und des jeweiligen Verständnisses von Beziehung. Was aber verhindert diese organisatorische Selbstverständlichkeit, die wir Menschen wohl alle auch einmal kannten?

Ich denke, es ist die Konvention. Tiere kennen Regeln, die sich aus ihrem Lebensumfeld und dem Willen zu (über-) leben ergeben, aber sie kennen keine Konvention. Und weder Nomaden noch die „unzivilisierten“ Indianer kannten sie. Jedenfalls weiß ich nichts gegenteiliges. Aber interessant wäre einmal zu sehen, was passiert, wenn sich Menschen wirklich jenseits der Konvention begegneten. Wie würden sie leben? Wie miteinander kommunizieren? Und so weiter und so fort. 

Ich bin der festen Überzeugung, wir kämen aus dem Staunen nicht mehr heraus, wenn wir wüssten, was uns dann alles möglich wäre, was aktuell jedoch schlicht und einfach durch und in Konvention erstickt ist. Und das alles nur, weil wir einem falschen Verständnis von uns selbst anhängen? Genau so ist es!

Würden wir uns als ein lebendiges Eines ansehen, würden wir uns also als eine Zelle von vielen mit einer ganz spezifischen und auch speziellen Funktion und Aufgabe ansehen, dann würde beispielsweise „Macht“ überhaupt keine Rolle mehr spielen und wir hörten schlagartig auf danach zu lechzen, ein bisschen von der Macht abzubekommen. Wobei „die da Oben“ ja auch nur verliehene Macht haben. Bedenkt man es genau, ist „Macht“ ja nur ein gedankliches Konzept aufgrund eines schlichten und einfachen, aber in seinen Auswirkungen gravierenden Denkfehlers, nämlich ein aus sich selbst heraus existierendes Etwas zu sein.

Und niemand würde mehr seine Seele (was immer auch darunter verstanden wird) dafür) verkaufen, wenn wir das Konzept „Macht“ endlich sein lassen könnten. Aber, es beginnt nicht mit der freiwilligen Knechtschaft. Es geht noch eine Etage tiefer. Eben zu dem Denkfehler, auf dem alles basiert. Solange, wie wir den nicht aus unserer geistig-mentalen Organisation herausbekommen haben, solange werden wir unsere Probleme behalten. Also: 

Ein aus sich selbst heraus existierendes Selbst ist eine Illusion. Alles klar?