Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Es ist schon erstaunlich, worüber wir uns so alles Gedanken machen.

Vor einigen Tagen unterhielt ich mich mit meiner Frau über die Frage eines Lebens nach dem Tod. Das kam mir heute früh wieder in Sinn, als ich im Bett so vor mich hindachte, die Gedanken einfach machen lies, was sie wollten.

In diesem absichtslosen Zustand musste ich bei einem Gedanken vor mich hin grinsen. Es ist doch egal, was ich darüber denke oder glaube, es wird genau so passieren, wie es das Leben eben vorsieht. Und ob ich das weiß oder nicht weiß, was dann sein wird, was wird das ändern? Nichts!

Es passiert, wie es eben passiert. Beileibe nicht beliebig, und auch nicht, ohne das wir nicht auf sehr Vieles Einfluß hätten. Keine Frage. Im Gegenteil, wir haben mehr Einfluß auf das, was in der Welt passiert, als wir gemeinhin glauben. Aber ob es ein Leben nach dem Tod gibt oder nicht – ich werde es erleben. Und es ist egal, was ich denke oder glaube, es wird genau so sein, wie es eben sein wird. Darüber musste ich grinsen. Wozu sich also Gedanken machen?

Aber das Ganze hat doch einen ernsten Hintergrund. Denn es macht einen gewaltigen Unterschied, wie ich über den Tod denke. Danach richtet sich nämlich, wie ich lebe. Und viele Leben ja so, als lebten sie ewig. So nach dem Prinzip ‚nach mir die Sintflut‘. Wer so denkt, der sollte schon einmal darüber nachdenken, ob das richtig sein kann.

Aber wie denkt man jetzt richtig? Ganz einfach, indem man sich klar macht, dass man sterben wird. Und dass der Tod sehr plötzlich kommen kann. Und man definitiv nicht wissen kann, was dann mit einem sein wird. Also gilt: Die wichtige Zeit im Leben ist definitiv das Leben. Was wir im Leben tun, darauf kommt es an. Darum spricht man auch manchmal von ‚Erwachen‘ über die oft zu beobachtende Wesensveränderung von Menschen, die mit der Nachricht über ihre wohl tödliche Krankheit konfrontiert sind.

Aber was tun sie genau? Angesichts des Todes beginnen sie zu leben, hören sie auf, Dingen hinterher zu rennen, die alles andere als wichtig sind – außer für das Ego natürlich. Sie hören auf, einer Illusion hinterher zu rennen. Ein guter Grund, sich bewusst zu sein, dass man sterben wird. Und man dann nicht mehr tun kann, was man aber jetzt tun kann.

Wie hieß es doch einmal so treffend in einer Werbung des Esso-Konzerns? ‚Es gibt viel zu tun, packen wir´s an!‘ Kleiner, entscheidender Zusatz: ‚So lange wir es noch können!

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