Gibt es im Falschen wirklich nichts Richtiges?

Kann das so absolut sein?

Ja, kann es. Und tut es auch. Arbeite ich in einem anerkanntermaßen ‚falschen‘ Wirtschaftssystem, wie könnte ich da etwas richtig tun? Das einzige, was mir zu tun bleibt wäre, mich zu ‚arrangieren‘. Im Negativen.

Es sei denn natürlich, ich bin aktiv dabei, das System zu transformieren oder zu revolutionieren. Oder alle Beteiligten suchen nach einer Lösung, was aber heißt, dass sie die Notwendigkeit dafür erkannt haben.

Viele arrangieren sich ja mit ihrem Job dadurch, dass sie Dienst nach Vorschrift machen, ganz dem Motto verpflichtet ‚Bier ist Bier und Schnaps ist Schnaps‘. Werte werden früh in die Parkposition gebracht und abends wieder hervorgeholt. Aber wie soll sich da in der Welt etwas zum Besseren hin wenden angesichts der Tatsache, dass doch ziemlich alle in diesem Wirtschaftssystem verstrickt sind?

Und wenn alle bis zur Rente warten, bevor sie zu ihren Werten stehen, und zwar wirklich den ganzen Tag lang, dann könnte es irgendwann zu spät sein. Aber man breche über niemanden den Stab, wenn man es nicht selbst einmal erlebt hat. Ich war in zwei ‚Systemen‘ tätig, einmal in einem politischen und einmal in einem Rechtssystem. Es ist faszinierend und unerträglich zugleich, wie schnell man sich korrumpieren lässt. Sich lässt und nicht wird. Und auch nicht man, sondern ich.

Und weil ich verdammt lange gebraucht habe, das zu kapieren, sag ich heute immer: ‚Wartet nicht, bis es zu spät ist!‘ Also raus aus aus der Konvention! Konvention müsste man eigentlich mit ‚Kröten schlucken‘ übersetzen.

Machen wir also das Richtige statt uns weiter korrumpieren zu lassen!