Gibt es richtig und falsch?

Eigentlich schon und doch wieder auch nicht.

Selbstverständlich gibt es das bei technischen oder mechanischen Fragestellungen.  Also für uns Menschen, sofern wir damit etwas anfangen können. Und gelb ist erst einmal gelb, auch wenn es die Farbe „gelb“ ja nicht gibt, sondern nur die Bezeichnung eines bestimmten Lichtspektrums als „gelb“. Aber man sollte das nicht zu philosophisch sehen. Also lassen wir mal fünf gerade sein.

Aber die Frage, ob ich weiß, warum ich etwas so und nicht anders mache, die Antwort weiß ich nicht. Denn was mir bewusst ist, ist immer nur eine hauchdünne Schicht, nie das Ganze. Woher soll ich wissen, was das Gehirn mir erlaubt bewusst zu wissen? Eben. Also weiß ich sehr wenig.

Viele sind ja der Meinung, dass Tiere nicht zwischen richtig und falsch unterscheiden könnten. Aber wirklich wissen kann das keiner. Ich habe mich mit meinen Hunden nie darüber unterhalten. Aber ich möchte behaupten, dass sie genau wussten, wenn sie etwas anstellten, was sie nicht tun sollten. Etwa abhauen. Und kamen dann  ganz unterwürfig zurück, so als wollten sie sagen: „Ich weiß ja, ich hätte das nicht tun dürfen! Sei nicht so streng mit mir!“ Der Dackel meines Schwiegervaters humpelte immer ganz wehleidig, wenn er zurückkam.

Tiere können ein wirklich schlechtes Gewissen haben. Aber sie wissen es wohl nicht und benennen es auch nicht so. Aber sie scheinen etwas in der Art zu empfinden. Hunde vielleicht eher als Katzen. Und wir Menschen sprechen dann von richtig und falsch. Doch das gibt es nur als Ausdruck einer Beziehung und „stimmt“ nie absolut, nur relativ.

Also nichts, woran man sich orientieren könnte? Doch das gibt es, nur das definieren nicht wir Menschen. Sondern das Leben. Und das lässt sich auch nicht definieren und in Worte fassen, sondern man kann es nur intuitiv erfassen. Doch davor müssen wir schauen, dass wir dieses ominöse „Ich“ loswerden. Das hindert uns nämlich daran zu empfinden und zu „sehen“, was wirklich ist.