Immer dieser Ärger mit Einstein 

Nichts ist mehr sicher das, als das es mir vielleicht eben noch erschien.

Einstein hat unser Weltbild ja ganz schön durcheinander gewirbelt. Natürlich war er nicht der Erste überhaupt, aber er war einer der Ersten, die das auf einer wissenschaftlich und letztlich beweisbaren, also sachlich nachvollziehbaren Ebene tat. Und genau deswegen ist auch klar, dass wir, wenn wir diese Erkenntnisse einfach mal ignorieren und nach dem Motto „interessiert mich nicht“ beiseite legen vielleicht etwas Wesentliches übersehen.

Wir leben, so Einstein und Co, nicht in einem Raum namens Welt und auch nicht in einer spezifischen Lebenszeit, sondern in einem Raum-Zeit-Kontinuum. Was einen ja auf den Gedanken bringen könnte, dass man sich in der Zeit wie in einem „üblichen“ Raum bewegen kann.

Und wenn ich mein bisheriges Leben vor meinem inneren Auge Revue passieren lasse, dann habe ich mich nicht nur in einem sachlichen Raum bewegt, sondern auch in einem geistigen wie in einem gefühlten Raum, dann frage ich mich schon, ob das alles so Zufall war, was ich getan habe. Die Buddhisten sagen ja, alles ist bedingt. Logisch.

Aber was bedeutet das? Wenn ich mich über etwas aufrege, werde ich definitiv anders handeln, wie wenn ich ruhig bleibe. Da kommt mir gleich Zeilinger in den Sinn, der ja den Dalai Lama ordentlich verunsichert hat als er ihm demonstrierte, dass Informationen die Grundlage der Wirklichkeit sind. Und Zufall gibt es erst dann, wenn keine Information mehr da ist. Sehr, sehr selten, aber es kommt vor. Nachweislich.

Doch warum will ein Physiker den Ort eines Teilchens und nicht seine Geschwindigkeit messen? Beides zusammen geht bekanntlich nicht. Wer entscheidet sich da für das eine oder das andere? Und warum fliegen Graugänse in geordneter Formation? Und woher wissen Saiga-Antilopen, dass so eine wuchtige Nase perfekt geeignet ist um die Luft im Winter aufzuwärmen und im Sommer den Staub der Steppe herauszufiltern? Mit Evolution braucht mir da keiner zu kommen. Würde viel zu lange dauern. 

Und warum hat Einstein die Relativitätstheorie erkannt? Hat da der Kosmos gegrinst und gedacht „endlich hat er es begriffen“? Warum entwickelt sich überhaupt etwas? Gehört Denken und Fühlen vielleicht auch zu den Dimensionen des Universums? Also ich denke ja und ich fühle auch. Bewusst bin ich auch, also manchmal. Und da ich ein Aspekt des Kosmos bin bedeutet das für mich, dass der Kosmos auch denkt, fühlt und bewusst ist. Sowie mit Intelligenz, Kreativität, Freude, dem Gefühl für Schönheit und all dem Kram ausgestattet ist.

Was natürlich bedeutet, dass alles andere das auch hat. Ups. Mehr fällt mir da spontan nicht mehr ein. Aber das dauert nicht lange. Denn da taucht sofort der Gedanke auf, warum ich dann tue, was ich tue? Ich glaube, ich brauche gar nicht so angestrengt nach dem Sinn des Lebens suchen. den kann ich wohl überhaupt nicht finden. Aber zulassen, das kann ich ihn wohl. Wenn Denken, Fühlen und Freude oder Kreativität in allem ist, dann könnte ich meinen, es sei außerhalb von mir selbst. Oder hat Krishnamurti da doch recht, als er sagte „You are the World“? Wie sagte doch Meister Eckhardt? Gott ist in mir und ich bin in Gott! Läuft auf das Selbe hinaus

Passend dazu ist mir gerade dieses Video namens „Flow“ über den Weg gelaufen. Nicht mit sich selbst oder einer Sache im Flow zu sein, sondern mit dem Kosmos.