Innen wie außen

Im Kleinen wie im Großen.

Es ist ja schon lange bekannt und auch vielen bewusst, dass früher Fürsten, Könige und Kaiser und heute Staatsmänner und -Frauen schon mal schnell einen Krieg im Außen anfangen, wenn es im Inneren rumort.

Das ist noch immer die effektivste Methode, die Reihen zu schließen und seine Ruhe zu bekommen. Sind die Menschen mit einem Krieg beschäftigt, haben sie einfach nicht die Zeit, sich Gedanken über die Situation zu machen, in der sie leben.

So weit, so gut. Kürzlich ist mir aufgefallen, dass sich Gespräche, wobei ich mich keineswegs ausschließe, regelmäßig um andere drehen, was sie tun oder was sie tun sollten. Warum macht der dies und der andere das.

Über eines wird sehr, sehr selten gesprochen: Die Anwesenden. Genauer, dass jemand über sich selbst spricht. Nicht erzählt, wie toll er ist, nein, sondern was er denkt, über sich und die Welt und sich selbst mit Hilfe der Anderen zu reflektieren sucht. Einfach einmal erzählt, wie er die Welt sieht, aber nicht die anderen, sondern was er über sich selbst denkt, wie er sich selbst erlebt.

Wäre aber wichtig, finde ich. Ich habe gerade einen kurzen Videoclip von Harald Lesch gehört. Da spricht er über seinen Pullover. Blau war der. Wir alle glauben, wir könnten über unsere Wirklichkeit sprechen, wie wir eben das Blau von Lesch´s Pullover erleben, aber können wir das?

Das können wir nämlich nicht. Aber wir tun ständig so, als könnten wir es. Wie es ist, so zu sein, wie Sie oder ich sind, was wir empfinden und was wir fühlen, das bleibt dem Anderen und der Wissenschaft verschlossen.

Und genau darüber sollten wir miteinander reden und nicht über die anderen.