Kommitment

Wie wollen wir leben?

All unser Wissen über die Welt und uns selbst ist nutzlos und was wir uns auch vornehmen, es bleiben immer nur gute Vorsätze, wenn wir es nicht leben.

Bei dem Spruch ‚nichts sehen, nichts hören, nichts sagen‘ handelt sich wohl um eine leider mehrdeutige Erläuterung aus ‚Gesammelte Aussprüche des Konfuzius‘ gegenüber seinem Schüler Yan Yuan über das Wesen der ‚Sittlichkeit‘.

Und da fängt die Mehrdeutigkeit schon an, denn das chinesische Wortzeichen 仁, bedeutet in seinem ursprünglichen Sinn ‚Menschlichkeit‘. Also nichts von anerzogener und ‚weil man es eben so tut‘ Sittlichkeit.

‚Was nicht dem Gesetz der Schönheit [= angemessenes Verhalten] entspricht, darauf schaue nicht; was nicht dem Gesetz der Schönheit entspricht, darauf höre nicht; was nicht dem Gesetz der Schönheit entspricht, davon rede nicht; was nicht dem Gesetz der Schönheit entspricht, das tue nicht.‘ (Lun Yu. Gespräche. Buch 12)

Was gibt es da noch zu sagen? Auf dieser Basis, diesem Kommitment, machen Regeln erst wirklich Sinn, egal ob es die Etikette der Old School Biker oder die der Samurai ist. Jetzt bleibt nur noch den Begriff Schönheit sinnvoll zu füllen.

Erfahre dich als Eins mit allem.

Fontane hat einmal gesagt, dass zwischen Demut und Hochmut ein Drittes steht, und das sei ganz einfach der Mut. Man kann das Bild der ‚Drei Affen‘ auch spiegelbildlich sehen. Wir brauchen den Mut, das Richtige zu tun. Und das heißt eben auch zu sehen, zu hören und zu sprechen, wenn etwas falsch ist.

Aber das geht nicht alleine, nur miteinander. Dialogisch.