Laotse und die Autobahn auf den Gipfel der Erkenntnis 

Mit anderen Worten: Hat man die Struktur verstanden und weiß man die eigene Position, dann kann es direkt auf den Gipfel gehen.

Der alte Laotse hat einmal eine Hierarchie formuliert zwischen Sinn, Gewissen, Moral, Gesetz und Chaos. Geht das Höherrangige verloren, etwa die Moral, dann entsteht beziehungsweise braucht man das Gesetz. Verhalten sich alle moralisch korrekt, braucht es das Gesetz eigentlich nicht mehr. Es steht nur gelangweilt in der Ecke herum. Moral aber braucht ein Mensch nur, wenn er noch sein Gewissen sucht. Hat er das, braucht er keine Moral mehr. Und mit dem Sinn ist es genauso.

Doch wozu die Autobahn? das ist übrigens eine Anspielung auf Alan Watts, der einmal gesagt hat oder haben soll, dass Zen die Autobahn auf den Gipfel der Erkenntnis sei. Oder so ähnlich. Also könnte ich mich mit Zen auf direktem Weg in Richtung Laotses Sinn machen. Doch das hat einen Haken. Ich komme nicht auf den Gipfel, weil ich nicht auf die Autobahn finde, wenn ich nicht weiß, wo ich selbst mich gerade befinde.

Und da wir Menschen uns sehr, sehr selten richtig zu positionieren vermögen, irren wir ständig in der Gegend herum und suchen die Autobahn. Oder fahren über einen Feldweg und nennen das Autobahn. Aber das ist sie nun einmal nicht! Dumm gelaufen, könnte man da sagen. Denn so kommen wir nie an.

Selbsterkenntnis, und darum dreht sich ja irgendwie alles, fängt dabei an, sich richtig zu positionieren. Und das heißt nicht, sich in Position zu bringen, als ginge es darum, eine Schlacht zu gewinnen; nein damit ist gemeint die Position zu erkennen, auf der man sich gerade befindet.

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