Leben wir in einer Matrix?

Kennen Sie den Film Matrix? Nein? Dann sollten Sie ihn sich ansehen.

Dr. Bruce Lipton, Biologe und Autor des Buches Intelligente Zellen, ist der Überzeugung, dass der Film Matrix nicht in das Sciencefictiongenre gehört, sondern zu den Dokumentarfilmen.

Ich würde es nicht genau so formulieren, eher würde ich den Film als eine ernst zu nehmende Metapher ansehen, denn nicht alles in diesem Film erscheint mir realistisch. Aber die Idee ist es. Definitiv. Man darf sie unter keinen Umständen als Fantasie abtun.

Die Matrix bedeutet, wir wurden programmiert. Das stimmt nur indirekt, denn kein Mensch kann uns von außen beeinflussen. Das tun wir schon selber. Das Dilemma dabei ist, dass wir uns dessen nicht bewusst sind. Orientiert man sich nur an der Frage, wer schuld daran ist, dann führt dies in ein ineffektives gedankliches Suchen nach dem Schuldigen – um sich am Ende permanent im Kreis zu drehen.

Das ist einer der Fälle von ‚unschuldig schuldig werden‘ – auf beiden Seiten. Ich kenne keine Eltern, die ihre Kinder bewusst falsch programmieren. Und ich kenne kein Kind, das sich bewusst programmieren ließe. Den Schuldigen zu suchen führt also zu nichts, außer zu Anklagen. Bei Partnern sind es dann immerhin eine wechselseitige Anklage. Aber einer Lösung nähert man sich auf diese Weise sicher nicht..

Aber wir können uns aus unseren unbewussten Programmen lösen, indem wir einfach akzeptieren, dass es so ist und uns konstruktiv auf das fokussieren, was wir wirklich wollen. Aber wir müssen das ohne Einschränkung akzeptieren und jegliche, auch die nur klammheimliche Suche nach einem Schuldigen wie jede Form von Vorbehalten aufgeben. Wirklich aufgeben.

Da gibt es auch nichts zu vergeben. Es war einfach so. Ich persönlich hatte ordentlich Stress mit meinen Eltern, vor allem, als mir klar wurde, dass sie in die Vorgänge in der Zeit von 1933 bis 1945 involviert waren. Vornehm ausgedrückt. Aber ich kam nicht aus dem Schlamassel heraus, solange ich ihnen einen Vorwurf machte. Und auch nicht, solange ich glaubte, ich könnte oder müsste ihnen verzeihen.

Erst als ich das alles aufgeben konnte, öffnete sich für mich die Tür in die Freiheit. Und die Klinke seiner Tür in die Freiheit hat jeder selbst in der Hand. Er braucht einfach nur zu sehen und zu akzeptieren, was ist. Man kann es weder ändern noch ungeschehen machen. Man kann nur das eigene Leben anders gestalten. Ohne ein Gefühl der Schuld. Es ist die Angst schuldig zu sein, uns schuldig gemacht zu haben, die uns in der Matrix gefangen hält. Andere zu verurteilen hat den selben Effekt.

Sich über jemanden erheben zu wollen erzeugt Schuld. Und genau das hält uns gefangen. Auch wer einen anderen retten will, erhebt sich über ihn. Also verlassen wir jede Form des Sich-Überhebens über andere und lösen uns damit aus dem Konzept der Schuld und verlassen die Matrix.

Es ist unsere Entscheidung – Matrix oder Freiheit.