Machen ich mir zu viele Gedanken?

Oder ist es eher so, dass sich andere zu wenig Gedanken machen?

Ja, ich denke viel darüber nach, wie man die Menschen erreichen kann. Warum? Weil ich glaube, dass es ein Problem für die Menschheit bedeutet, dass wir mehrheitlich gedanklich immer noch in der Welt Isaac Newtons leben und nicht in der Welt von Einstein, Heisenberg, Pauli, Bohr, Bohm, Schrödinger – und wie sie alle heißen.

Das sind nämlich zwei sehr unterschiedliche Welten. Mit sehr unterschiedlichen Spielregeln. Würden wir die Welt sehen, wie Einstein & Co sie sahen und eben nicht wie Isaac Newton sie sah, dann würden wir schlagartig aufhören, uns gegenseitig umzubringen, denn dann wüssten wir, dass wir uns im Grunde selbst umbringen. 

Nur wir erleben es ganz anders. Dazu ein Beispiel aus Einsteins Welt. Ich berufe mich immer gerne auf Einstein, den stellt so schnell niemand in Frage. Einstein ist ja bekannt geworden durch seine Allgemeine Relativitätstheorie. Die Schlüsselidee dieser Theorie besteht darin, Gravitation nicht als Kraft zu betrachten, sondern als eine Eigenschaft der Geometrie von Raum und Zeit. Die gute alte Schwerkraft gibt es eigentlich gar nicht; was wir als Schwerkraft wahrnehmen, ist ganz etwas anderes.

Die Welt ist also nicht so, wie wir sie erleben. Und ich bin auch nicht, was ich erlebe. Und Sie genauso wenig. Die Frage ist, ob das ein Problem für uns Menschen bedeutet. Für Tiere und Pflanzen ist es nämlich kein Problem. Die haben keine Ahnung davon, dass die Raumzeit sich krümmt. Könnte es uns dann nicht genauso egal sein?

Ich finde nicht, dass uns das egal sein könnte. Wir sprechen ja immer davon, wie barbarisch die Natur ist. Dabei ist es aber eher umgekehrt. Der Menschheit gebührt eher das Attribut ‚barbarisch‘ und nicht der Tierwelt. Man muss nur genau hinschauen. Wirklich genau. Warum der Mensch so unmenschlich geworden ist in seinem Verhalten, kann ich nicht sagen. Keine Ahnung, was das ausgelöst hat, da könnte ich nur spekulieren. Aber dass es auf Dauer so nicht mehr lange gut geht, davon bin ich leider überzeugt.

Warum aber tun so viele nichts, außer das Leben nach Möglichkeit zu genießen – und sich eben keine Gedanken zu machen, wie ich und andere es tun? Die Betonung liegt dabei auf dem ‚wie ich und andere das tun‘. Denn viele sind gegen Krieg, gegen Gewalt, für mehr Miteinander und Nachhaltigkeit. Aber sie werden auch in Zukunft keinen Erfolg mit ihren Bemühungen haben. Warum nicht? Weil auch sie noch von einer Welt und Zusammenhängen ausgehen, die der Wirklichkeit nicht entsprechen. 

Das hieße, dass sie Symptome und keine Ursachen behandeln. Dann wird das Problem immer wieder auftauchen. Davon gehe ich jedenfalls aus. Also überlege ich, wie man die eigentlichen Ursachen klarmachen kann. Obwohl, ganz stimmt das nicht. Denn die Ursachen sind klar. Man müsste sie nur den Menschen klarmachen. Doch da fangen die Probleme an. 

Denn wir können nun mal nicht sehen, was wir nicht denken können. Wie kann ich also verständlich und nachvollziehbar darlegen, dass die Wirklichkeit, die wir erleben, tatsächlich nicht wirklich ist? Das wäre der erste Schritt. Der zweite wäre dann, sich einmal zusammenzusetzen und das Stück für Stück aufzudröseln.

ich glaube nämlich, dass die Menschheit dazu mehr und mehr bereit ist. Viele sagen sich, dass es so nicht mehr weiter geht, wie es gerade läuft. Diese möglicherweise zunehmende Polarisierung zwischen pro und contra ist vielleicht ein Synonym dafür, dass sich die Menschheit auf den Sprung auf die nächsten Ebene des Bewusstsein bereit macht. Und dabei kann man zuschauen und hoffen, dass nicht zu viel Kollateralschaden passiert -oder man kann versuchen klar zu machen, wo die Reise hingeht, was das bedeutet und wie man da ohne Beschädigung herauskommen kann.