Methoden und Konzepte

Oder doch etwas Grundsätzlicheres?

Als ich gerade einen Film über eine der Schulen sah, die ich im Zug meiner schulischen ‚Laufbahn‘ besuchte, kam mir der erste spontane Gedanke, dass viele der philosophischen Grundsätze, die an dieser Schule praktiziert und gelebt wurden, auch mein Leben geprägt hätten.

Doch kaum gedacht, war schon der zweite da. Kann es nicht so gewesen sein, dass diese Schule mit der Haltung und Einstellung ihrer Lehrer ‚nur‘ etwas gefördert hat, was schon immer in mir schlummerte und ich jetzt endlich leben konnte?

Wenn ich das einmal weiter denke, dann bedeutet das, dass wir uns letztlich frei machen müssen von jeglichen Vorstellungen, um zu uns selbst zu finden. Man hat ja nicht immer das Glück, dass man mit exakt den stimmigen Gedanken konfrontiert wird.

Es war einfach nur verdammtes Glück, dass diese Schule genau das anzusprechen vermochte, was in mir schon da war.

Und dann kam ein dritter Gedanke dazu. Ich war in Sprachen sehr gut, konnte aber weder Grammatik noch habe ich die verstanden und auch sonst keine der Regeln, die man im Sprachunterricht so lernen soll. Rechtschreibung ist heute noch eine echte Herausforderung für mich.

Kommt es darauf aber überhaupt an? Auf Methoden, Konzepte oder eben Grammatik und Regeln? Oder ist etwas ganz anderes, etwas viel Grundsätzlicheres von wirklicher Bedeutung?

Die wahre Kunst besteht darin zu erkennen, ohne sich dabei irgendeiner Methode, irgendeines Konzeptes zu bedienen.

Das, was sich anhand von Methoden und Konzepten erkennen lässt, ist nur das Symptom von etwas Anderem, Größeren.

Was nicht heißt, dass man Methoden und Konzepte gering achten oder gar darauf verzichten könnte.

Aber bevor man sinnvoll mit ihnen arbeiten kann, muss man ihren Sinn erkennen; und der liegt nicht in ihnen, sondern geht weit über sie hinaus.

Methoden und Konzepte dienen der Anwendung, sie helfen, etwas zu realisieren, aber sie helfen uns nicht, in unseren Gedanken etwas Neues zu manifestieren und sie helfen uns erst recht nicht, das Feld des Möglichen zu erkennen und zu erkunden.

Ich glaube, dass ich Jurist aus dem einfachen Grund wurde, um das endlich zu begreifen. Die ‚Schwierigkeit‘ dabei ist recht profan. Methoden und Konzepte lassen sich definieren und lehren.

Das, was darüber hinausgeht, Sinn oder Würde wie auch Qualität lassen sich nicht definieren. Die muss man selbst erkennen.