Miteinander reden

Vor dem Was kommt das Wie.

Es ist für mich irritierend, dass sich viele Menschen regelrecht weigern, über Fragen des Lebens auch nur nachzudenken, wenn sie nicht eins zu eins in ihr Weltbild passen. Ich zerbrach mir fortwährend den Kopf darüber, wie ich vermitteln könnte, was ich denke, aber ich wußte nicht wie, wusste nicht wo anfangen.

Es ist, wie Robert Pirsig in seinem Buch ‚Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten‘es beschreibt: Man schaut auf dasselbe, spricht über dasselbe und denkt an dasselbe, nur schaut, spricht und denkt jeder aus einer ganz anderen Welt heraus.

Das ist die Lösung! Es ist schwierig bis unmöglich, miteinander zu reden, wenn man es tatsächlich mit zwei Realitäten zu tun hat, derjenigen der alltäglichen Erfahrung und derjenigen der zugrundeliegenden, inneren wissenschaftlichen Erklärung, und sie passen sehr oft nicht zusammen und vertragen sich nicht und haben im Grunde genommen auch nicht viel miteinander gemeinsam.

Nur wenn man sich dessen bewusst ist, kann man anfangen, miteinander zu reden. Man sollte sich dabei immer wieder den Satz von Sokrates vor Augen halten: ‚Ich weiß, dass ich nichts weiß.‘ Diese Haltung macht neugierig auf Erkenntnis und öffnet damit das Tor zur Wirklichkeit.

‚In Zeiten universeller Täuschung wird das Aussprechen der Wahrheit zu einem revolutionären Akt.‘ Ein Gedanke von Georg Orwell, den man aber richtig verstehen muss. Denn dabei geht es nicht darum, die Gesellschaft zu revolutionieren, sondern das eigene Denken.

Der Rest kommt dann ganz von alleine.