Muss ich einen ‚Sinn‘ im Leben finden?

Oder muss ich einfach nur leben?

Lange Zeit habe ich nach einem Sinn gesucht, statt dass ich dem Sinn gefolgt wäre, der dem Leben immanent ist.

Das klingt einfach, fast banal, ist es aber überhaupt nicht. Denn das bedeutet erst einmal, die Maske und die Illusion der Konvention loszuwerden. Schicht um Schicht. Eigentlich ist das einfach, ein Klacks. Und doch ist es schwierig, denn das, was ich loswerden musste, war in einem Kokon von lieb gewonnen Emotionen eingehüllt. Ja, lieb gewonnen, selbst wenn es keine angenehmen Emotionen waren. Aber sie entsprachen meinem Welt- und damit Selbstbild.

Oder war es genau umgekehrt und waren meine einmal gemachten Erfahrungen mit den dazugehörigen Emotionen der Grund für mein Welt- und Selbstbild? Schließlich kommt ja zuerst das eigene Denken – und dazu gehören eben auch die Emotionen, die damit einhergehen -, dann erst kommt das, was wir sehen. Um dann daraus wieder mein Welt- und damit auch mein Selbstbild zu denken. Gefangen in mir selbst.

Und diesen Kokon loszuwerden, das ist die Aufgabe. Oder Herausforderung. Je nach Lesart. Aber einen Sinn brauchen wir nur solange, solange wir nicht auf dem Boden unseres Seins angekommen sind, solange wir noch in diesem Kokon der Emotionen leben.

Einfach nur leben. Darauf gibt es zwei Antworten. Einmal die fatalistische und einmal die grundsätzliche. Das ist die Frage, der wir uns zu stellen haben.

Grundsätzlich oder lieber doch konventionell?