Old School, New School!

Übe dich immer in Treu und Redlichkeit!

Ein Spruch aus dem vor-vorigen Jahrhundert. Mit einer interessanten und auch bedenkenswerten Aktualität.

Ich bin der Ansicht, dass niemand wissentlich etwas Falsches tut, genauso wie jeder Mensch sein Handeln durchaus gerechtfertigt und als legitim ansieht, wenn er es tut. Ausnahmslos jeder. ‚Falsch‘ wird es – wenn überhaupt – dann erst in der Rückschau. Doch das darf einen nicht dazu verleiten, jegliches Handeln für gut und richtig zu halten. Allein deswegen, weil es jemand ‚gut gemeint‘ hat, ist es deswegen noch lange nicht richtig. Ich kam kürzlich darauf, als ein Freund für eine Motorradgruppe die Regeln der ‚Old School Biker‘ ausgebuddelt hatte:

Respekt
Ehre
Loyalität
Ehrlichkeit
Integrität
Vertrauen
Höflichkeit
Nächstenliebe 

Als ich mich genauer damit beschäftigte wurde mir bewusst, dass diese wirklich guten Regeln auch von Gruppen ‚gelebt‘ werden, die genau das tun, was die meisten nicht wollen. Und genau in diesem Moment schickte mir das Internet einen Text von Gilbert Dietrich über Redlichkeit in mein E-Mail-Fach. Und mit einmal hatte das einen Namen, was ich seit Jahren auszudrücken versuche:

Intellektuelle Redlichkeit.

Sei dir keiner Sache absolut gewiss
Äußere Hypothesen statt Meinungen
Sei neugierig und offen
Glaube nur, wofür es Belege und Beweise gibt
Schließe nicht von eigenen Erfahrungen aufs Allgemeine
Versuche, dich selbst zu widerlegen
Versuche nicht, deine Annahmen zu immunisieren
Vermeide Konzepte
Halte dich an Ockhams Rasiermesser
Argumentiere einfach und klar 

Das sind genau die Regeln, nach denen ich lebe. Vielleicht muss man vorher das eine oder andere klären, aber letztlich werden das die meisten unterschreiben. Wenn nicht gar alle. Setzt man dies zu dem Gedanken in Beziehung, dass niemand wissentlich etwas Falsches tut oder denkt, dann ist klar, worum es geht:

Leute, redet endlich miteinander!

Das ist der einzige Weg, wie man aus dem Dilemma des Gegeneinander rauskommen kann. Aber man darf das Gegenüber nicht für einen Deppen halten, nur weil seine Ansicht aus der eigenen Perspektive bescheuert ist. Ich weiß, dazu gibt bei manchen noch einen Haufen Fragen und Einwände. Ich höre sie schon regelrecht. Aber lassen Sie uns doch darüber reden!

Natürlich mit den Regeln der Redlichkeit!