Richtig oder falsch?

Was soll´s!

Letzteres ist ja die Ansicht vieler, wenn auch aus sehr unterschiedlichen Perspektiven. Aber kann das das Ziel sein? Ich finde nicht. 

Zu entscheiden, was richtig und falsch ist, das ist ja nicht so leicht zu beantworten. Alles, was im Feld des Möglichen möglich ist, kann einerseits nicht wirklich falsch sein, andererseits heißt das nicht, dass es damit auch richtig wäre. Der Kosmos sieht das ziemlich gelassen, denke ich.

Ist es etwa falsch, wenn ich etwas tue, was mich letztlich umbringen wird, also früher, als notwendig, ich das aber akzeptiere, einfach weil mir das Andere wichtiger ist? Und ist es falsch, mit einem Anderen Krieg zu führen? Ist doch seine und meine Entscheidung! Und es widerspricht den Möglichkeiten nicht. 

Also ist es richtig, Krieg zu führen? Es ist es definitiv eine Option. Für mich persönlich ist die falsch. Doch wie soll ich das jemandem vermitteln, der denkt, das sei richtig? Die Notwendigkeit der Kriegsführung ist für ihn ja absolut real. Und logisch und auch richtig wie stimmig.

Was also tun? Das Einzige, was wirklich hilft, ist miteinander zu reden. Und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Vielleicht beginnt das mit dem Verständnis dafür, dass jeder Mensch immer nur das Gute zu realisieren sucht und man nur mit der Parzival-Frage weiter kommt: Woran leidest du? Manchmal genügt es, sich einfach nur zu fragen, was der Mensch erlebt haben muss, dass er so geworden ist, wie er eben ist.

Das wäre der Einstieg. Und wenn dann alle Beteiligten bereit sind, die Maske fallen zu lassen und ohne eigene Meinung einmal die Fakten zu untersuchen. Wirklich ohne eine eigene Meinung, was natürlich auch bedeutet, die den dissonanten Gedanken geschuldeten Weltmodelle aufzugeben.

Man darf nie vergessen, dass der Mensch ein sich selbst organisierendes, autopoietisches Wesen ist. Kommt zwar darauf an, wie viele sich zusammentun, aber das bleibt: Systeme organisieren sich immer selbst. Es kommt immer auf die Grenze an, die man zieht – oder wie bereit man ist, sich zu öffnen.

Es ist nicht erfreulich, wenn ein Einzelner Krebs hat. Aber das ist weder richtig noch falsch. Es ist eine Reaktion des Systems auf die ihm zur Verfügung stehenden Informationen. Gesundheit ist nichts anderes, nur eben andere Informationen. So ist es auch mit Krieg oder Frieden. Eine Frage der Information.

Also beginnt man miteinander zu reden. Und am Ende redet man idealerweise gemeinsam über Sinn, sucht ihn gemeinsam zu erkennen, was nicht heißt, dass er in einem Regal herumliegt und nur gefunden werden müsste, sondern dass er im Raum des Möglichen definiert und ‚erkannt‘ werden muss.