Schutz und Selbstschutz

Aber was hat Würde damit zu tun?

Mehr als man denken mag. Dank Gerald Hüther ist das Thema ‚Würde‘ gerade in aller Munde. Und ich hoffe, dass das auch noch eine Weile anhält. Oder noch besser bleibt.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Steht schon in unserem Grundgesetz. Dabei wäre das eine sehr interessante, weil mehrdeutig interpretierbare Formulierung, stünde da nicht der zweite Satz. Also erst einmal zu Teil eins.

Niemand darf die Würde eines anderen antasten. Wobei da schon das erste Problem auftaucht: Was ist Würde? Eine Frage, über die sich Philosophen streiten und Juristen sehr, sehr lange diskutieren können, ohne zu einem eindeutigen Ergebnis zu kommen. Die Philosophen nicht und die Juristen erst recht nicht.

Aber vor dem Hintergrund der Zeit von 1933 bis 1945 war es richtig und leider auch notwendig, dies in unsere Verfassung zu schreiben. Und auch heute hat man immer wieder das Gefühl, dass man das mal wieder in Erinnerung bringen müsste.

Letztlich ist es eine Selbstverständlichkeit, die Würde eines anderen nicht anzutasten. Denn tue ich das nicht, dann taste ich ja meine eigene Würde an! Es geht nämlich nicht nur darum, was ich einem anderen antue, sondern was ich mir selbst mit meinem Verhalten antue!

Würde zu achten ist Schutz und Selbstschutz des menschlichen Wesens gleichermaßen. Doch wie finde ich zu meiner ‚Würde‘?

Ganz einfach, indem ich das Leben achte. Jegliches Leben.