Sein

Ist ‚zu sein‘ für uns Menschen letztlich eine Aufgabe?

Ich kann nur feststellen, dass es zwischen dem Leben eines Tieres und von uns Menschen einen gravierenden Unterschied gibt. Tiere leben in einer natürlichen Ordnung. Wir Menschen scheinbar nicht oder nicht mehr.

Kein Tier käme auf die Idee, Waffen zu konstruieren, die die ganze Welt bedrohen und die eigene Spezies zerstören könnten. Und Empathie braucht man Tieren auch nicht beizubringen, die haben das drauf. Ganz von alleine. Und das die großen wie die kleinen Räuber andere Lebewesen jagen, das hat ja seinen Sinn im großen Ganzen.

Alles ist ein verwobenes Miteinander. Eben ein dynamischer Organismus. Bis auf den Menschen. Der scheint da irgendwie heraus gefallen zu sein. Vielleicht hat es angefangen mit dem, was wir gemeinhin unter Bewusstsein verstehen, was ihn dann letztlich dazu befähigt hat, Werkzeuge in einem Maße zu konstruieren, dass er das Ganze zerstören kann.

Ob das nun Absicht oder Zufall ist – keine Ahnung. Und ob da irgendeine Instanz ihre Finger im Spiel hat – ich weiß es nicht. Aber das stellt uns letztlich vor eine Aufgabe. Erstens geht es darum, diese natürliche Ordnung zu erkennen und sie dann zur Grundlage unseres Lebens zu machen. Das wäre die Philosophie, eben die Philosophia perennis. Doch das genügt nicht, daraus muss dann eine Lebenskunst werden, also eine Lebenshaltung, die darauf aufbaut. Im täglichen Leben müssen wir das dann aber auch noch umsetzen. Heißt, wir brauchen auch eine dementsprechende Ethik.

Wichtig ist, dass dies in genau dieser Reihenfolge aufgebaut sein muss: Philosophie, Lebenskunst wie Haltung und dann die Ethik. Das alles lässt sich übrigens unter dem Stichwort Ideologie zusammenfassen. Und Lebenskraft plus Ideologie, das ergibt Macht. Entweder eine destruktive, wenn wir einer zerstörerischen und ausgrenzenden Ideologie folgen, oder eben eine konstruktive, wenn wir einer stimmigen, integrierenden Ideologie folgen.

Wenn Yoda Luke Skywalker wünscht, dass die Macht mit ihm sei, dann hat er vielleicht genau das damit gemeint. Die Lebenskraft, die ist immer da. Aber es geht um die Ausrichtung, die Ideologie. Darüber lohnt es sich nachzudenken und der stimmigen zu folgen.