Selbsterkenntnis

Warum fällt Selbsterkenntnis oft so schwer?

Und warum heißt es in Dantes Göttlicher Komödie, als er – im übertragenen Sinn – beginnt, die Augen zu öffnen und Gier, Hass, Neid und Wut zu erkennen, also sich selbst, dass es eben den Weg der Erkenntnis gibt, dass der aber durch die Hölle führt?

Selbsterkenntnis ist eben das Eingeständnis, wie man tatsächlich ist. Und das heißt auch zu sehen, was man ist. Das aber wollen wir oft nicht sehen, jedenfalls so lange nicht, wie wir noch an dem Bild festhalten, das wir von uns selbst haben und das wir nicht bereit sind, aufzugeben.

In Dantes Göttlicher Komödie erlebt es der Protagonist ja noch so, als würden ihn die wilden Tiere jagen, also Wut, Haß und so weiter. Er erlebt all das noch im Außen, als der Dichter Vergil im die doppelte Botschaft bringt: Es gibt den Weg der Befreiung, aber der führt eben durch die Hölle. Und genau das ist die Selbsterkenntnis, dass all das, was wir so sehr fürchten und wogegen wir ankämpfen, in Wirklichkeit nicht außerhalb von uns ist, sondern in uns.

Das gilt es zu erkennen. Was wir fürchten, das ist in uns.