Selbsterkenntnis

Man muss bereit sein, sich selbst zu begegnen.

Das heißt in einen wirklichen Dialog einzutreten. Ohne sich ein Hintertürchen offen zu lassen. Bereit sein, die Maske wirklich fallen zu lassen.

Wir können uns selbst nicht sehen. Wie auch? Im Spiegel können wir nur unsere Falten begutachten, nicht aber unsere Gedanken. Dazu brauchen wir das Gespräch. Aber nicht einfach nur ein Gespräch, sondern es muss auch dialogisch sein, heißt, es muss die Welt der Konventionen definitiv verlassen.

Aus der Illusion heraustreten in das Leben, wie es ist.

Kürzlich las ich in einem Post einen Kommentar zu ‚Linkshirn-Dominanten‘ und ‚Rechtshirn-Dominanten‘ und was die Ersteren aus Weihnachten machen würden, nämlich ein Geschäft. Da fiel mir gleich Einstein ein, oder Heisenberg. Nach dem üblichen Verständnis garantiert Linkshirn-Dominante. Aber stimmt das? Keine Ahnung. Ich habe nämlich nie mit ihnen reden können.

Aber was hat das mit Selbsterkenntnis zu tun? Wir sollten uns mit pauschalen Argumenten zurückhalten. Sehr zurückhalten. Denn niemand ist so, wie er eben ist, sondern die Welt, wie er sie erlebt hat, hat ihn genau so werden lassen. Also nicht dass die Welt ihn geformt hat, das hat jeder selbst gemacht. Doch eben unwissend.

Wir sind autopietische Wesen, selbstorganisierend. Wir existieren aber nur mit allem Anderen zusammen. Diesem – scheinbaren – inneren Gefängnis entkommen wir nur im Dialog. Doch dazu müssen wir bereit sein, die Maske aufzugeben.

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