Sind wir bereit zu sein, wer wir sind?

Sind wir bereit, die Angst vor der Transformation zu überwinden?

Ich lese gerade wieder einmal das Buch Die Kunst des Liebens von Erich Fromm. Dabei fällt mir als erstes ins Auge, dass wir nur bereit sind das gedanklich aufzunehmen, was wir auch denken können. Was wir uns nicht vorstellen können, bleibt schlichtweg draußen. Zutritt verboten.

Das führt natürlich sofort zu der Frage, wann wir bereit sind uns einzulassen und Neues denken zu lernen. Ich glaube, es ist die Abwesenheit von Konditionierungen. Nein, ich glaube das nicht, ich bin mir dessen ziemlich sicher. Kleine Kinder können das, sich einlassen. Und damit lernen sie.

Erwachsene haben damit ein Problem, denn sie haben schlicht Angst, sich auf neue, unbekannte Gedanken und Ansichten einzulassen. Wie Erich Fromm in seinem Buch treffend schreibt, gibt es einen Grund für diese Angst.

Es ist die Angst, die ihren Ursprung in dem Gefühl des auf sich selbst gestellt Seins hat, eine Angst, die so lange fortbesteht, solange wir die Dichotomie unsere Existenz noch nicht erkannt haben, solange eben, bis wir uns aus der Translation hin zur Transformation zu bewegen bereit sind.

Und es gibt noch einen wichtigen Punkt, der vielfach nicht gesehen wird. Ein wahrhaftiges Leben ist Lebenskunst. Und wie jede Kunst hat sie einen theoretischen und einen praktischen Aspekt. Doch die meisten beschränken sich entweder auf den einen oder den anderen Aspekt; selten aber wird der Zusammenhang und die Wechselbezüglichkeit und gegenseitige Bedingtheit gesehen.