Unsere Vorstellungen definieren, was wir erkennen können.

Der entscheidende Schlüssel dazu ist die Intention.

Mir fiel das kürzlich wieder einmal bei einem Text auf, den ich früher schon gelesen hatte. Ich nahm damals einfach nicht auf, was da stand, sondern interpretierte es auf meine Weise. Und das war leider falsch.

Doch warum verstand ich den Text heute ganz anders? Um zu sagen, ich habe ihn richtig verstanden, müsste ich mit dem Autor reden. Nur der ist leider tot. Also nehme ich einmal an, ich hätte ihn besser verstanden. Aber warum?

Den biologischen Schlüssel dazu kennen wir, Gott sei Dank. Er heißt Amygdala im Zusammenspiel mit der neurologischen Struktur unseres Gehirns. Es stimmt einfach, was wir nicht denken können, denken wir auch nicht. Klingt schrecklich banal, hat aber Zündstoff.

Denn das bedeutet letztlich, dass die aus dieser biologischen Situation heraus resultierende Intention bestimmt, was ich verstehe. Und da gibt es kein Entkommen. Wir kennen das ja aus vielen Statistiken, die sich im Nachhinein als unvollständig oder schlichtweg falsch herausstellen. Also was tun?

Es beginnt damit, sich darüber klar zu sein, welcher Intention man überhaupt folgt. Aber das tut man nicht alleine, sondern zusammen mit einem Dialogpartner, der Ahnung von dem Thema hat, um das es geht. Hat man dann die Frage der Intention geklärt, geht es darum, einen Weg zu finden, wie man genau dies umsetzen kann.

Ist wie beim Segeln. Das Wetter ist einfach perfekt, der Wind steht gut. Also Segel setzen, Leinen los und volle Fahrt voraus! Wenn da nur nicht diese blöden Untiefen wären. Und die gibt es auch auf dem Weg der Erkenntnis zuhauf. Die liege da aber nicht im Außen, sondern sind systembedingt.

Es geht also um den Lebensweg, der letztlich die Intention bestimmt. Und genau der muss sich ändern. Beim Segeln folgen wir ohne Diskussion der Seekarte. Doch machen wir das auch auf unserem Lebensweg? Lassen wir uns da von denen beraten, die vor uns diese Wege gegangen sind und Karten angelegt haben?

Gute Frage, nicht?!