Was ist nur los mit uns?

In meinem Themen-Archiv, in dem ich interessante Texte sammle, habe ich ein neues Verzeichnis angelegt: Verschwörungstheoretiker.

Das finde ich alles andere als witzig, es beunruhigt mich. Um was geht es eigentlich wirklich? Um die sachliche Aufklärung eines Sachverhaltes geht es scheinbar nur noch selten. Sehr selten.

Ich frage mich, ob da wieder etwas in Erscheinung tritt, was unter dem Mantel des vermeintlichen Pragmatismus und des Neokapitalismus lange Zeit verborgen war und sich jetzt wieder zeigt,  auch beflügelt durch die Netzanonymität.

Beflügelt wird das ganz durch die politischen Strukturen, die zwar in der jüngeren Vergangenheit schon immer so waren, aber vielleicht nicht so wahrgenommen wurden; genauso wie durch eine zunehmende Auflösung des sozialen Kommitments darüber, was ‚man‘ tut und was nicht.

Das Verhalten des Einzelnen ist für mich nicht die Ursache, sondern das Symptom für eine tieferliegende gesellschaftliche Ursache. Und diese Ursache zeigt sich durch die Symptome. Und das verstärkt.

Wenn man aber weiß, dass die Gesellschaft (nicht die Welt) in Weltsichten und Wertehierarchien strukturiert ist, dann kann es zum einen sein, dass wir gerade den Übergang von einer Ebene zur nächsten erleben.

Was ja positiv zu sehen ist, aber zuerst einmal mit totaler Verunsicherung einhergeht. Und Unsicherheit lässt uns Menschen oft aggressiv werden. Bei einem Hund würde man sagen es ist ein Angstbeißer.

Ich frage mich gerade, ob das mehr Menschen so sehen.