Was weiß ich schon?

Wenig oder doch mehr?

In der philosophischen Tradition der alten Griechen war es Usus, sich vor allem bewusst zu sein, dass man (eigentlich) nichts weiß. Wobei ich nicht weiß, was sie damit genau meinten, denn ich lebte damals noch nicht und konnte mich leider nicht mit ihnen austauschen.

Etwas ‚zu wissen‘ kann man nämlich sehr unterschiedlich auffassen. Wissen im Sinne von Erleben oder Erfahrung ist wirklich sehr, sehr begrenzt. Man braucht sich nur einmal vor Augen halten, welch winzigen Teil des elektromagnetischen Spektrums wir überhaupt wahrnehmen und damit erleben können.

Aber das ist nur ein Aspekt des Wissens. Ein ganz wesentlicher Aspekt des Wissens ist das verifizierte Wissen, das aus Erlebtem und Erfahrenem (oder auch Erfahrbarem) eine weitergehende Erkenntnis durch eigenes Betrachten und Untersuchen gewinnt.

Und es gibt darüberhinaus auch noch Wissen, das wir (oder andere) mittels technischer Einrichtungen erfassen können. Wobei man auch da nicht dem Trugschluss verfallen darf, man hätte alles erkannt beziehungsweise ‚wahrgenommen‘. Ein Fehler, der manchen Wissenschaftlern immer wieder unterläuft. Auch hier hilft es sich immer wieder bewusst zu machen, dass man nur einen Zipfel der Erkenntnis in den Händen hält. Dieses Wissen darf man jedoch nicht ‚blind‘ glauben, sondern man muss es gleichermaßen verifizieren.

Und dann kommt das ‚vierte‘ Wissen, das, wie ich finde, letztlich wirklich relevante Wissen. Das philosophische Wissen, das die unmittelbare mit der wissenschaftlichen Erkenntnis in Beziehung setzt und letztlich zu Einem verschmelzen lässt. Wichtig ist, dass diese Philosophie immer nur auf Erkenntnis beruhen darf, will ich nicht die Grenze zur Spekulation hin überschreiten.

Über allem aber steht die Erkenntnis, dass sich ‚die‘ Wirklichkeit nicht definieren und auch nicht objektiv, sondern nur subjektiv beschreiben lässt.