Wir bewegen mehr, als wir denken.

Weil wir eben denken.

Auf meinem ersten Persönlichkeitstraining habe ich gelernt, wie man andere Menschen gedanklich beeinflussen kann, ohne dass diese das überhaupt bewusst mitbekommen. Ganz einfach durch die Kraft der Gedanken. 

Die eigentliche Bedeutung dieser „Übung“ ist mir aber erst viel später bewusst geworden. Es geht nämlich nicht nur darum, dass wir einen anderen Kraft unserer Gedanken beeinflussen können, was das Ego natürlich ungemein erfreut, sondern darum, dass wir grundsätzlich auch rein gedanklich miteinander kommunizieren. 

Beeinflussen können wir einen anderen ja nur, wenn wir mit ihm kommunizieren können. Es liegt also immer an beiden, es ist keine Einbahnstraße. Beeinflussbar sind wir aber nur so lange, wie uns das nicht bewusst ist. Wie bei der Manipulation. Wir sind eben nicht mehr manipulierbar, wenn wir wissen, wie wir manipuliert werden. Das geht eben nur, wenn wir „auf Empfang“ sind.

Und wenn uns das bewusst ist, dann kommunizieren wir miteinander, aber der eine beeinflusst den anderen nicht mehr, weil der andere einfach sich seiner selbst (!!) bewusst ist. Es geht eben ausschließlich darum, sich seiner selbst und nicht des anderen bewusst zu sein! Aufmerksamkeit verhindert also einem selbst nicht bewusste Beeinflussbarkeit. Wobei man sich auch darüber im Klaren sein muss, dass die, die überhaupt nicht die Absicht haben, einen zu beeinflussen, dies aber allein auf Grund ihres Denkens tun. Es ist so, als liefe man an etwas Hässlichen vorbei und merkt nicht, das man mit einmal schlechte Laune bekommt.

Was also so an Gedanken um mich herum „gedacht“ wird, nehme ich wahr, auch wenn mir das nicht unbedingt bewusst sein muss, aber mitbekommen tue ich es auf jeden Fall. Und bin ich mir dessen nicht bewusst, dann ist eben der Beeinflussung Tür und Tor geöffnet. Also ist das erste Aufmerksamkeit. Aber das ist nur das eine. Was der andere tut, tue ich ja auch – meine Gedanken in die Welt schicken. Also muss ich mich einmal fragen, was ich überhaupt so denke. Sind es Gedanken von Hoffnungslosigkeit, von Beliebigkeit, von Chaos und Elend, die ich auf die Welt loslasse? Oder sind es kreative und konstruktive Gedanken, die ich in die Welt schicke? Bereits in diesem unterschiedlichen Wording wird vielleicht deutlich, worum es mir vor allem geht: 

Bin ich mir überhaupt bewusst,
was es für die Welt bedeutet,
dass ich so denke,
wie ich denke und nicht anders?