Wohin mit den ‚falschen‘ Gedanken?

Bloß nicht anschauen! Das könnte weh tun!

Das scheint die Devise Vieler zu sein. Nur nicht wissen wollen, was in einem selbst und in der Welt so vorgeht. Da nimmt man lieber die mystische Geschichte oder den bösen Anderen, der einem im Weg steht und das Leben schwer macht – statt dass man einmal genau hinschaut.

Soziale Medien sind ja ein Tummelplatz für Strategien, mit deren Hilfe man dissonante Gedanken ruhig zu stellen versucht. Blöderweise kann man sie ja selbst damit nicht wirklich loswerden. Los wird man sie nur dann, wenn man ihnen auf den Grund geht. Aber man kann sich ja vormachen, alles wäre in Ordnung, selbst wenn es das absolut nicht ist.

Und wenn man sich nicht gegenseitig angreift, wenn man also mit sogenannten Freunden zusammen ist, dann braucht man ganz viel Konvention, damit keiner und vor allem man selbst nicht gleich merkt, dass man ein falsches Spiel spielt. 

Lieber ergeht man sich in Verallgemeinerungen, ist höflich, unauthentisch, langweilig, steril und unproduktiv. Individuelle Differenzen werden fein säuberlich ausgeblendet und kaschiert. Ein ziemlich blödes Spiel. Und vor allem destruktiv.

Finde ich nicht lustig. Überhaupt nicht lustig. Könnten wir nicht einfach einmal mit dieser verflixten Konvention aufhören und endlich einmal ehrlich miteinander umgehen – und nicht immer nur so tun als ob?

Was wäre das für eine Gesellschaft!!