Worum geht es eigentlich?

Wo kommt nur dieser Hass her?

Das fragte ich mich gerade, als ich die Posts in meinem Account las oder wie das Ding auf Facebook auf Neudeutsch heißt. Da „treffen“ sich zwei, die unterschiedlichster Meinung nicht sein könnten. Aber die Diktion und der Ton ihrer Texte ist identisch! Was bedeutet das nur?

In der Sache streiten sie sich auf das Heftigste, wie zwei Eheleute, die sich zutiefst verachten, obwohl sie sich einmal geliebt haben. Also die Eheleute. Was sie scheinbar nicht merken ist, wie auch die meisten streitenden Eheleute, dass sie in ihren Emotionen absolut identisch sind! Und dann frage ich mich, wo kommt nur dieser Haß her? Warum bekriegen sich Menschen derart? Ich bin ja der Überzeugung, dass ich nur das nach außen tragen kann, was ich auch in mir habe.

Geht es wirklich darum, wer recht hat? Kann es überhaupt darum gehen? Nein, das kann es nicht. Auffallend ist, dass eine Sache die beiden Gruppen eint: Beide Gruppen sagen nämlich das Selbe, nämlich dass niemand mit ihnen redet beziehungsweise auf sie hören würde.

Was sagt das über die Betreffenden aus? Sie glauben einfach, nicht gehört und nicht verstanden zu werden. Und aus diesem Frust heraus nehmen sie solche extremen Positionen ein. Und da fällt mir immer das Doppelspalt-Experiment ein. Es ist zwar ein physikalisches Experiment, aber es sagt sehr viel über uns Menschen aus: Wir gestalten letztlich ohne wenn und aber die Welt.

Heißt das, ich lebe in genau der Welt, die exakt so ist, wie ich denke, dass sie so wäre? Ja genau, so ist das. Wenn ich meinen Kontostand anschaue ändert der sich zwar nicht, egal, was ich denke. Aber ich sehe darin ein Problem oder eben keines – je nachdem, was ich denke. Und das macht den Unterschied, und der bestimmt wie ich mich fühle. Das macht wirklich den Unterschied. Und noch viel bedeutsamer ist dies bei rein psychischen „Zuständen“.

Sich das einmal klar zu machen würde schon weiter helfen. Dann würde man vielleicht merken, dass der Andere letzten Endes zu einem gehört wie die Zellen meines Körpers alle „ich“ sind und sich nicht differenziert sehen. Alles andere ist Krebs und mittel- bis langfristig vorzeitig tödlich.

Und noch etwas fällt mir auf: Sie schreiben meist nicht selbst, sondern sie zitieren lieber. Warum nur? Weil keiner mit ihnen spricht? Oder vielleicht, weil sie das gar nicht wollen? Was aber meines Erachtens nach beide „Lager“ vollkommen übersehen, das ist doch, dass es nie um meine oder deine Meinung gehen kann, sondern immer nur um das, was zutrifft, die Meinung des Kosmos sozusagen.

Und wie will man die anders ergründen als im Dialog miteinander?